Unser Kundenbrief - frisch aus Ihrer bioKiste

Von alten und jungen....

 

Liebe Kundinnen, liebe Kunden,

beim Thema Lebensmittelverschwendung steht oft das „System“ im Vordergrund. Im Handel wird angeboten was der Kunde (angeblich) erwartet. Die Brottheke muss bis zum Ladenschluss komplett gefüllt sein, Gemüse das nicht der Norm entspricht kommt gar nicht erst ins Regal und ist das MHD nahe, wird großzügig aussortiert.

Es gibt sicher viele Ansatzpunkte der grassierenden Lebensmittelverschwendung oder Vernichtung entgegenzuwirken. Einer davon ist, auch dann noch „alte“ Kartoffeln zu kaufen, wenn es schon neue  „frische“ Kartoffeln gibt. Ich erinnere mich gut an einen Beitrag in einer Fachzeitschrift, in dem es um den Abverkauf von Lagerkartoffeln an den LEH, den Lebensmitteleinzelhandel mit den bekannten großen Playern wie Edeka und Co. aber auch an die Discounter ging. Ein Landwirt beklagte sich darüber, dass der LEH immer und jederzeit Lieferfähigkeit erwarte. Der Landwirt kann darauf nur mit ausreichender Produktion reagieren. Und mit guten Lagerbedingungen, entsprechend hohen Investitionen um diese zu schaffen. Kam aber die neue ägyptische Ware auf den Markt, wurden deutsche Kartoffeln ausgelistet. Es spielte keine Rolle wie viele Tausende Tonnen deutscher Kartoffeln noch in der hochtechnisierten Lägern lagerten. Der Verbraucher will frische Ware, denkt sich der LEH. Inzwischen denkt man, auch dank des Drucks der Verbraucher, beim LEH um. Es werden, so hörte ich, immer öfter erst die Lagerkartoffeln abverkauft, dann wird frische und damit meist ausländische Ware eingelistet. Wenn man weiß, wie viel Wasser zur Produktion eines Kilogramms Kartoffeln in Ägypten im Vergleich zu Deutschland benötigt wird, macht das auch mehr als Sinn.

Aber, gilt das auch, wenn es schon deutsche Frühkartoffeln gibt und noch Lagerware da ist? Ich sage glasklar: JA
Jedes Lebensmittel das produziert und angebaut wurde, hat Ressourcen verbraucht, wurde gewässert, gedüngt, gehackt, geerntet. 
Hatten wir eine gute Ernte und die Lagerware reicht bis in den Juli hinein, wie in diesem Jahr wieder, reagieren wir darauf mit niedrigen Preisen. Und senken diese nochmals, wenn die Knollen etwas weicher werden. Ich sträube mich vehement dagegen, diese, meine Kartoffeln an meine Rinder zu verfüttern, nur weil es schon frische gibt. Ich bin fest davon überzeugt, das sowohl der Geschmack als auch die Inhaltsstoffe den neuen in nichts nachstehen. 
Wir haben sicher nicht die Lagertechnik wie die spezialisierten Großbetriebe, aber auch bei uns stehen die Kartoffeln im Kühlhaus bei 2° sicher recht gut. Wir sortieren diese so gut wir können. Es kann immer mal sein, dass eine Knolle aus dem Kühlhaus beim warm werden an einer Verletzung anfängt zu gammeln. Das sind in der Regel aber seltene Ausnahmen. Auch ein Keim an der Knolle, der von uns entfernt wird, kann, wenn dessen Reste antrocknen, aussehen wie eine kleine Schimmelstelle. Das macht aber nichts. 
Ich denke dass viele unserer Vorfahren mehr als glücklich gewesen wären, hätten sie um diese Zeit, dank guter Lagertechnik, noch heimische Kartoffeln oder überhaupt etwas zu essen gehabt. Nennen Sie mich altmodisch oder unsensibel für Verbraucherwünsche. Aber ich kenne seit meiner Kindheit den Anbau von Lebensmitteln, weiß wie viel Arbeit im Anbau steckt und empfinde es als Schande wie wir, unser reiches Land, teilweise damit umgeht. Es liegt auch an verloren gegangenem Wissen. Und Transparenz und Aufklärung ist nun nicht etwas mit dem unser Handel glänzt. 
Desto mehr freue ich mich, dass unsere Verkaufs-Auswertungen Jahr für Jahr zeigen, dass wir auch im Juni und Juli noch fast die gleiche Menge Kartoffeln verkaufen wie im Herbst, Winter und Frühjahr. Eine so aufgeklärte Kundschaft lobe ich mir. Das ist wirklich vorbildlich und macht mich, ehrlich gesagt, richtig stolz.
Vielen Dank, dass Sie damit nicht nur uns unterstützen sondern auch aktiv der Lebensmittelverschwendung und Vernichtung entgegenwirken. Wenn gleich sich auch unsere Rinder sehr über unsere Kartoffeln freuen, zumal die Weide aufgrund ausbleibenden Regens eher wie Steppe denn wie Weideland aussieht. Aber das ist eine andere Geschichte.

Gudd goan, 

Ihr Kartoffelanbauer Franz-Josef Lesker

 

P.S.: Leicht verschrumpelte Kartoffeln werden wieder fest, wenn man sie (ungeschält) einige Zeit in eiskaltes Wasser legt. Falls Sie weitere Tipps haben oder uns etwas mitteilen möchten, geben Sie uns gerne ein Rückmeldung: 

Feedback
Gnocchi handgemacht

Zutaten 

  • 1 kg Kartoffeln
  • Salz
  • Muskat
  • 50 g geriebener Parmesan
  • 220 g Mehl
  • 1 Stück Ei
  • Butter
  • Olivenöl

 

 

 

 

Zubereitung

Die Kartoffeln waschen und mit etwas Salz ca. 20 Min. kochen lassen. Kartoffeln pellen, durch eine Presse drücken und noch warm weiter verarbeiten. Alle übrigen Zutaten hinzufügen und zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten. Den Teig zu einer fingerdicken Rolle formen und in ca. 1 cm lange in Stücke schneiden. Die Stückchen mit einem Gabelrücken eindrücken. In kochendem Salzwasser 2-4 Min. gar ziehen lassen, bis sie oben schwimmen. Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Gnocchis kurz darin schwenken. Mit etwas grünem Pesto und gehobeltem Parmesan servieren.

 

 

Bestellen Sie hier Ihre Zutaten:

Warenkunde -
Was steckt da in meiner Ökokiste?

Kartoffeln

Wussten Sie´s schon?

Dass die Kartoffel in Deutschland praktisch zum Kulturgut gehört verdanken wir vor allem Kaiser Friedrich dem Zweiten von Preußen, welcher die politische Bedeutung der Kartoffel als potentielles Volksnahrungsmittel als erster erkannte. Es gab nämlich vehemente Wiederstände gegen den „Erdapfel“. Erwähnt sei hierbei auch das Sprichwort: „Was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht“…

Ein weiterer Grund, warum der Kartoffel zunächst so viel Abneigung entgegen gebracht wurde ist, dass man schlichtweg nicht wusste, was man mit der seltsamen Knolle aus der Erde anfangen sollte. Gut, dass es den „Alten Fritz“ wie Kaiser Friedrich auch genannt wurde, gelang durch sein spezielles „Kartoffelmarketing“ die Preußen „umzustimmen“. Er ließ Kartoffelfelder am Tage bewachen, so musste auch den Bauern schnell klar werden, dass es sich hierbei um etwas Wertvolles handelt. Bei Nacht aber waren die Kartoffeln unbewacht. Zufall? Wohl kaum! Der „Alte Fritz“ muss wohl darauf spekuliert haben, dass die Knollen nachts geraubt werden würden…

Übrigens: Kartoffeln sind keine Wurzeln, sondern das verdickte Ende eines unterirdischen Langtriebs der Pflanze. Man kann sie deshalb sowohl generativ über ihre eigentlichen Früchte, welche Beeren sind, sowie über die Kartoffeln an sich vermehren.

Wo kommt´s her?

Bereits vor 4000 Jahren wurde die Kartoffel, ein Gewächs aus der Familie der Nachtschattengewächse, in den Hochländern Südamerikas angebaut. Spanische Eroberer brachten Sie im 16. Jahrhundert mit nach Europa. Zunächst wurde Sie jedoch nur als Zierpflanze wegen ihrer schönen Blüten in Gärten angebaut. Etwa 100 Jahre später begann in Österreich und Süddeutschland der feldmäßige Anbau. Trotz dieser ersten Schritte begann der eigentliche Siegeszug der Kartoffel erst weitere 100 Jahre gegen Ende des 18. Jahrhunderts als Grundnahrungsmittel.

Wie sieht´s aus?

Weltweit gibt es einige tausend Kartoffelsorten, die sich im  Geschmack, Aussehen, Kocheigenschaften und Erntezeitpunkt unterscheiden. Sorten die bei uns erhältlich sind, sind, im Gegensatz zu alten Sorten, häufig eher geschmacksneutral. Es gibt Sie in vielen verschiedenen Farben, vor allem mit weißlichem bis gelblichem, rötlichem und mit bläulichem Fleisch, Formen und Größen. Besonders die „Gelbfärbung“ von Kartoffeln unterscheidet sich zwischen den Ländern sehr stark. So werden im einen Land eher weißliche Gelbtöne bevorzugt, im anderen, wie z.B. in Deutschland, eher satt gelbe Kartoffeln. Man unterscheidet Grundsätzlich auch zwischen festkochenden, vorwiegend festkochenden und mehligkochenden Kartoffeln, sowie zwischen sehr frühen und frühen, mittelfrühen und mittelspäten bis späten Sorten.

Wie verwende ich´s?

Kartoffeln sind unwahrscheinlich vielfältig verwendbar, sollten aber nie roh verzehrt werden und generell hilft es für eine bestimmte Art der Zubereitung Kartoffel mit den am besten geeigneten Kocheigenschaften zu verwenden.

  • festkochende Kartoffeln enthalten weniger Stärke als andere Arten und zerfallen deshalb beim Kochen nicht so schnell. Sie eignen sich daher vor allem für Salz- und Pellkartoffeln, zum Braten, für Salate und für Aufläufe und Gratins
  • vorwiegend festkochende Kartoffeln sind besonders vielseitig einsetzbar. Man kann mit Ihnen alle Rezepte für festkochende Kartoffeln zubereiten und eignen sich zusätzlich zur Zubereitung von Rösti, Puffer oder Pommes frites.
  • mehlig kochende Kartoffeln sind besonders stärkehaltig und fallen beim Kochen leicht auseinander. Daher eignen sie sich vor allem für die Zubereitung von Pürees und alle mehligen Zubereitungen wie Knödel, Gnocchi oder Gerichte aus Kartoffelteig.

Beim Schälen von Kartoffeln sollte man darauf achten, grüne Stellen und Keime großzügig zu entfernen. Auch sollten geschälte Kartoffeln nicht zu lange in kaltem Wasser liegen gelassen werden.

Was ist drin?

Das Kartoffeln dick machen, ist ein Gerücht, dass sich hartnäckig hält…aber dennoch falsch ist. 225 g Kartoffeln enthalten lediglich 180 kcal. Sie sind reich an Vitamin C, enthalten für den Menschen sehr wertvolle Proteine. Sie haben eine besonders hohe biologische Wertigkeit, was die wirklich „tolle Knolle“ auch für Vegetarier und Veganer sehr interessant machen dürfte. Sie enthalten natürlich auch Stärke und Ballaststoffe.

Einem hohen Kaliumgehalt verdanken sie eine entwässernde und blutdrucksenkende Wirkung. Auch das für die Funktion unserer Muskeln wichtige Magnesium ist, ebenso wie das die Wundheilung beschleunigende Vitamin K, reichlich im Erdapfel enthalten. Enthaltene Vitamine der B-Gruppe stärken unsere Nerven und regen den Stoffwechsel an.

Da sich unter der Schale die meisten Vitamine verstecken, sollten Kartoffeln wenn möglich nur dünn geschält, als Pellkartoffeln gekocht oder am besten gleich mit Schale verzehrt werden. Es gibt hierzu auch schon Sorten mit besonders dünner Schale. Wichtig beim Verzehr der Schale ist jedoch, dass die Kartoffeln nicht dem Sonnenlicht ausgesetzt waren, da durch den Lichteinfluss der Alkaloidgehalt in der Schale steigt. Auch grüne Stellen an den Knollen sollen auf keinen Fall mit verzehrt werden, da diese giftig sind.

Nur in Wasser mit ein wenig Salz gegart und ohne Fett zubereitet, eignen sich Kartoffeln für Frühjahrsdiäten und Schlankheitskuren.

Tipp:

Leicht verschrumpelte Kartoffeln werden wieder fest, wenn man sie (ungeschält) einige Zeit in eiskaltes Wasser legt.

Unsere Empfehlungen für den Sommer: